Mal wieder sitze ich am Flughafen und warte, die perfekte
Zeit um euch von Westaustralien vorzuschwärmen!
Der Flug von Tasmanien über Melbourne nach Perth war
langwierig aber mit doch recht netten Service von Virgin Australia Airline. So
dass es dann, angekommen in Perth, direkt vom Flugzeug mit dem Bus durch die
ganze Stadt zur Autovermietung ging und wir dann gleich Richtung Süden gefahren
sind. Das hat „alte“ Erinnerungen geweckt, denn es war die gleiche Vermietung
und auch der Van, den ich schon aus Neuseeland kannte. Mit dieser guten alten
Klapperkiste durchfuhren wir dann die Wein- und Milchkuh Gebiete, mit ein paar
echt schönen Surfstränden. Überall standen also Kühe aus Plastik in Lebensgröße
rum, um daran zu erinnern dass die Gegend um Margaret River vor dem Weinanbau
für die gute Milch bekannt war. Schon lustig wenn man es das erste Mal sieht
und den Hintergrund nicht kennt. Unser Weg führte uns an der Küste entlang,
inklusive Leuchtturm, der kleinen Stadt Albany mit britischem Flair bis nach
Esperance. Dort waren wir im Nationalpark an schneeweißen Quarzstränden, die
unter den Füßen so quitschen wir frischer Schnee, nur das einem Barfuß gar
nicht kalt wird ;) Dieser Strand am „Lucky Bay“ hat aber nicht nur uns sondern
auch den Kängurus gefallen, die sich dort gerne rumtreiben. Von dort aus fuhren
wir eigentlich nur noch Richtung Norden und somit ins warme. Wir hatten echt
Glück, denn kurz nachdem wir in Perth
losgefahren sind, traf ein Zyklon auf die nördliche Westküste. Als wir dann
dort ankamen war auf dem einen Zeltplatz die Küche komplett zerstört und eine
der Top Tauchspots „Navy Pier“ leider gesperrt. Jedoch gut das wir zu dem
Zeitpunkt noch im Süden rumgefahren sind.





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| Lucky Bay |
Nach Esperance war der nächste Stopp war „Wave Rock“, eine
scheinbare Welle aus einem riesigen Granitfelsblock. Da wir kurz vor
Sonnenuntergang dort ankamen, konnten wir dieses rote Gestein und das
unendliche Land im perfekten Licht bestaunen.
Oh ihr merkt schon, diesmal ist es besonders schwer die richtigen
Worte zu finden… Ihr müsst euch vorstellen, wir hatten 15 Tage dieses Auto,
sind 6500 km gefahren, nicht selten sagte das Navi nach 300 km links abbiegen
und am Ende sagte es sogar 1300 km diesem Highway folgen… Wir sind also
stundenlang durch das Nichts gefahren! Eine Asphaltstraße (wenn überhaupt,
manchmal nur Schotter) auf rote Erde wie hingelegt, nur irgendwelche Sträucher-
da haben wir uns gefreut wenn die Kängurus, Emus oder Rinder über die Straße
laufen um uns etwas anderes zu bieten… und dann auf einmal ein Nationalpark,
wie Wave Rock, oder die Pinnacles- unendlich viele Steinsäulen mitten in einer
Wüste… das Ganze ist so schwer in Worte zu fassen… Highlights gab es aber jeden
Abend, denn der Sonnenuntergang hat hier so tolle Farben und die lila Wolken
verschwinden erst wenn der einzigartige Sternenhimmel sie verdrängt. Diesen
Sternenhimmel zu beobachten, und zu wissen, das in einem Umkreis von mehreren
Kilometern sich niemand außer ein paar Buschtieren befindet, ist schon echt
unvorstellbar… also seht es mir nach wenn ich etwas rumstammele, ich geb mein
bestes J
Nach Wave Rock waren wir also bei den Pinnacles und sind
dann in Richtung Kalbarri Nationalpark, entlang des größten Pink Lakes
Australiens gefahren (leider war es schon dunkel). Auf dem Weg liefen wir viel
entlang der Steilklippen und mussten feststellen, dass die außergewöhnliche
Natur auch einige Laster mit sich trägt. Denn dort wurden wir schon den zweiten
Tag von den gemeinen Buschfliegen auf penetrante Art und Weise verfolgt. Nein,
es lag nicht an der fehlenden Dusche, auch wenn ich das Anton erst vorgeworfen
habe! Anton war also meine Reisebegleitung für diesen außergwöhnlichen
Roadtrip. Er hat sich sehr gut geschlagen, inkl. Abholung von Flughafen und
großen grünen Rucksack tragen (der mittlerweile statt der anfänglichen 15 kg schon
20,5 kg wiegt) und auch auf der Strecke hat er sich nur selten von mir aus der
Ruhe bringen lassen… ;)
Aber nun zurück zu den Buschfliegen- die Leute laufen hier
also mit Netzen über dem Kopf rum und sehen aus wie Imker, da man hier förmlich
von den Biehstern attakiert wird! Das haben wir nicht gemacht, aber nicht
selten bin ich bei tropischen Temperaturen eingehüllt in mein Halstuch
rumgelaufen und Anton hat versucht mit einem Handtuch die Viehchter zu
verscheuchen… wie gesagt, unvorstellbar! Aber zum Glück sind sie nach
Sonnenuntergang 18 Uhr auch schlafen gegangen und immer erst nach unserem
Frühstück wieder aktiv geworden.
Im Kalbarri Nationalpark mussten wir also starke Nerven
behalten um die durch einen Fluß geschaffenen Schluchten und das „Nature Window“
, ein natürlich geschaffenes Fenster aus Stein (Bilder folgen), zu erkunden. Von dort aus fuhren wir Richtung Shark Bay,
der tatsächlich wegen der den vielen Haien dort seinen Namen trägt. Auf dem Weg
dorthin gab es am Highway einen Abzweig, den wir in Erwartung auf einen
Shop/Dorf mitnehmen mussten. Wir wurden nicht nur mit einem Eis belohnt,
sondern als wir dieses am Strand inkl. Kalte Dusche genießen wollten, sahen wir
Delfine die bis zur Sandkante vorschwammen und spielten. Als wir mit den Füßen
ins Wasserkamen gefiel ihnen dass, denn sie hielten sie für Fische und
schwammen immer wieder nah zum Ufer. So etwas zu entdecken wenn man stundenlang
durch nichts fährt ist einfach genial! Am nächsten Tag waren wir dann im
Nationalpark und Strand von „Monkey Mia“ der dafür bekannt ist das die Delfine
ins knöcheltiefe Wasser kommen und sich von den Volunteer füttern lassen.
Besondere Touristen dürfen auch mal einen Fisch geben, und ich hatte dieses
Glück den Delfin Puk, der mit 30 Jahren schon sehr alt ist, einen stinkenden
Fisch ins Maul zu legen. Da das ganze so spontan war gibt es davon leider kein
Foto für euch, aber es war wirklich sehr niedlich. Auf einer Bootstour mit
Katamaran waren wir bei einer Perlenfarm und haben Haie, große Cobias, Delfine
und Riesenschildkröten beobachtet. Die Suche nach einem Nachtplatz war nicht so
einfach, und hinter einer Düne hat uns dann doch noch der Ranger gefunden und
am morgen 6 Uhr mit uns einen längeren Plausch über Gott und die Welt gehalten.
Wir waren etwas in Sorge bzgl. Der Strafe, aber als er uns den Beleg über 15
Doller ausstellte, und meinte das es vor einem Monat von 10 auf 15 erhöht
wurde, und er das viel zu teuer findet, waren wir doch sehr erleichtert. Am
Nachmittag tragen wir ihn dann in town wieder und waren nicht mehr so
verschlafen, somit bekamen wir noch ein Erinnerungsfoto. Da er ja gerne
schwatzt, hat er uns noch den nächsten Zeltplatz und ein paar gute andere Spots
auf unserem Weg empfohlen- was für ein netter Typ! Somit verhalf er uns zu
einem sehr amüsanten Abend und netten Bekanntschaften. Denn an diesem Abend
kamen wir mal wieder im Dunkeln auf einem Platz zwischen den Dünen an und
wussten nicht so recht wohin mit uns und dem Van. Da wurden wir direkt
angesprochen wo man am besten steht um nicht am Morgen von der Flut überrascht
zu werden. Dieser nette ältere Australische Mann saß also da mitten im
Nirgendswo mit einer kühlen Cola am Lagerfeuer vor seinem Motorhome… das ließ
uns das Wasser im Mund zusammen laufen. Aber einfach nur so eine Cola abgeben?
Nicht hier! Hier bekommt man mehrere Dosen, und einen lustigen Abend am Lagerfeuer
inkl. Folienkartoffeln mit Frau und Hund. Einfach unbezahlbar diese Momente
hier!
Auf dem Weg zu meinen erwünschten Tauchspots und Stränden,
schauten wir uns noch ein Raumfahrt Zentrum an wir dann endlich im Carol Bay
ankamen, und schon beim Strandspaziergang den ersten großen Stingray sahen (so
wie ein Rochen), was mich schon sehr zufrieden stimmte. Den nächten Tag gingen
wir auf eine Schnorcheltour mit dem größten Fisch der Welt. Ein Flugzeug suchte
immer die Whalesharks, wir fuhren hinterher- rein ins Wasser und staunen! Aber
auch ein paar Schnorchelgänge am Ningaloo Riff an sich waren ganz nett.
Inklusive Schildkröte und vieler bunter Fische. Die Nacht verbrachten wir auf
einer typisch australischen Farm wie aus Filmen. Am nächsten Tag ging es dann
für mich schon wieder ins Wasser, aber diesmal endlich wieder auf ein Tauchboot,
von Exmouth zum Ningaloo Riff. Einfach wieder ein schönes Gefühl so schwerelos
zu sein, und dann nach mit einem riesigen Stingray und ein paar Riffhaien mal
wieder beeindruckend. Aber auch direkt vom Strand auch konnten wir schnorchelnd
viel sehen. Nach einem Schnorchel-/ Strand-/ Entspannungstag stand schon die
letzte Etappe, der Karijini Nationalpark auf dem Plan. Geprägt durch Schluchten,
Wasserfälle und tolle Süßwasserbadestellen und KEINE lästigen Fliegen mehr, war
es ein wundervoller Tag zum Abschluss. Denn der eigentlich letzte Tag bestand
aus dieser 1300km gerade aus Strecke bis Perth. Vorbei an unzähligen Minen,
Riesentrucks und einer Goldgräberstadt war der Weg also recht anstrengend.
Angekommen in Perth hatte ich noch zwei Tage für mich, die ich im verträumten
Ort Fremantle, auf Rottnest Island und in der Metropole Perth verbrachte. In
Fremantle untergekommen in einem Hostel, das mal Feuerwehr war, mit sehr
lockeren Flair, fuhr ich am nächsten Morgen mit der Fähre nach Rottnest Island.
Heimat der Quokkas, Traumstrände, Fahrradinsel durch und durch! Mein letzter
Fahrrad Ritt war Anfang Dezember in Ayutthaya, Thailand, wo man nicht mal auf
Motorrädern Helm trägt, und nun wo es sogar Pflicht ist auf dem Fahrrad einen
zu tragen. Aber ich habe es nicht verlernt und hatte einen sehr schönen Tag.
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| darf ich vorstellen: ein Quokka :) |
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| wisst ihr jetzt was ich meine? unbeschreiblich, dort habe ich übrigens fleißig Tagebuch geschrieben |
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| Fahrradtour auf Rottnest Island |