Donnerstag, 21. Mai 2015

Der wilde Westen



Mal wieder sitze ich am Flughafen und warte, die perfekte Zeit um euch von Westaustralien vorzuschwärmen!
Der Flug von Tasmanien über Melbourne nach Perth war langwierig aber mit doch recht netten Service von Virgin Australia Airline. So dass es dann, angekommen in Perth, direkt vom Flugzeug mit dem Bus durch die ganze Stadt zur Autovermietung ging und wir dann gleich Richtung Süden gefahren sind. Das hat „alte“ Erinnerungen geweckt, denn es war die gleiche Vermietung und auch der Van, den ich schon aus Neuseeland kannte. Mit dieser guten alten Klapperkiste durchfuhren wir dann die Wein- und Milchkuh Gebiete, mit ein paar echt schönen Surfstränden. Überall standen also Kühe aus Plastik in Lebensgröße rum, um daran zu erinnern dass die Gegend um Margaret River vor dem Weinanbau für die gute Milch bekannt war. Schon lustig wenn man es das erste Mal sieht und den Hintergrund nicht kennt. Unser Weg führte uns an der Küste entlang, inklusive Leuchtturm, der kleinen Stadt Albany mit britischem Flair bis nach Esperance. Dort waren wir im Nationalpark an schneeweißen Quarzstränden, die unter den Füßen so quitschen wir frischer Schnee, nur das einem Barfuß gar nicht kalt wird ;) Dieser Strand am „Lucky Bay“ hat aber nicht nur uns sondern auch den Kängurus gefallen, die sich dort gerne rumtreiben. Von dort aus fuhren wir eigentlich nur noch Richtung Norden und somit ins warme. Wir hatten echt Glück, denn kurz nachdem  wir in Perth losgefahren sind, traf ein Zyklon auf die nördliche Westküste. Als wir dann dort ankamen war auf dem einen Zeltplatz die Küche komplett zerstört und eine der Top Tauchspots „Navy Pier“ leider gesperrt. Jedoch gut das wir zu dem Zeitpunkt noch im Süden rumgefahren sind.





Lucky Bay

Nach Esperance war der nächste Stopp war „Wave Rock“, eine scheinbare Welle aus einem riesigen Granitfelsblock. Da wir kurz vor Sonnenuntergang dort ankamen, konnten wir dieses rote Gestein und das unendliche Land im perfekten Licht bestaunen.
Oh ihr merkt schon, diesmal ist es besonders schwer die richtigen Worte zu finden… Ihr müsst euch vorstellen, wir hatten 15 Tage dieses Auto, sind 6500 km gefahren, nicht selten sagte das Navi nach 300 km links abbiegen und am Ende sagte es sogar 1300 km diesem Highway folgen… Wir sind also stundenlang durch das Nichts gefahren! Eine Asphaltstraße (wenn überhaupt, manchmal nur Schotter) auf rote Erde wie hingelegt, nur irgendwelche Sträucher- da haben wir uns gefreut wenn die Kängurus, Emus oder Rinder über die Straße laufen um uns etwas anderes zu bieten… und dann auf einmal ein Nationalpark, wie Wave Rock, oder die Pinnacles- unendlich viele Steinsäulen mitten in einer Wüste… das Ganze ist so schwer in Worte zu fassen… Highlights gab es aber jeden Abend, denn der Sonnenuntergang hat hier so tolle Farben und die lila Wolken verschwinden erst wenn der einzigartige Sternenhimmel sie verdrängt. Diesen Sternenhimmel zu beobachten, und zu wissen, das in einem Umkreis von mehreren Kilometern sich niemand außer ein paar Buschtieren befindet, ist schon echt unvorstellbar… also seht es mir nach wenn ich etwas rumstammele, ich geb mein bestes J
Nach Wave Rock waren wir also bei den Pinnacles und sind dann in Richtung Kalbarri Nationalpark, entlang des größten Pink Lakes Australiens gefahren (leider war es schon dunkel). Auf dem Weg liefen wir viel entlang der Steilklippen und mussten feststellen, dass die außergewöhnliche Natur auch einige Laster mit sich trägt. Denn dort wurden wir schon den zweiten Tag von den gemeinen Buschfliegen auf penetrante Art und Weise verfolgt. Nein, es lag nicht an der fehlenden Dusche, auch wenn ich das Anton erst vorgeworfen habe! Anton war also meine Reisebegleitung für diesen außergwöhnlichen Roadtrip. Er hat sich sehr gut geschlagen, inkl. Abholung von Flughafen und großen grünen Rucksack tragen (der mittlerweile statt der anfänglichen 15 kg schon 20,5 kg wiegt) und auch auf der Strecke hat er sich nur selten von mir aus der Ruhe bringen lassen… ;)
Aber nun zurück zu den Buschfliegen- die Leute laufen hier also mit Netzen über dem Kopf rum und sehen aus wie Imker, da man hier förmlich von den Biehstern attakiert wird! Das haben wir nicht gemacht, aber nicht selten bin ich bei tropischen Temperaturen eingehüllt in mein Halstuch rumgelaufen und Anton hat versucht mit einem Handtuch die Viehchter zu verscheuchen… wie gesagt, unvorstellbar! Aber zum Glück sind sie nach Sonnenuntergang 18 Uhr auch schlafen gegangen und immer erst nach unserem Frühstück wieder aktiv geworden.
Im Kalbarri Nationalpark mussten wir also starke Nerven behalten um die durch einen Fluß geschaffenen Schluchten und das „Nature Window“ , ein natürlich geschaffenes Fenster aus Stein (Bilder folgen), zu erkunden.  Von dort aus fuhren wir Richtung Shark Bay, der tatsächlich wegen der den vielen Haien dort seinen Namen trägt. Auf dem Weg dorthin gab es am Highway einen Abzweig, den wir in Erwartung auf einen Shop/Dorf mitnehmen mussten. Wir wurden nicht nur mit einem Eis belohnt, sondern als wir dieses am Strand inkl. Kalte Dusche genießen wollten, sahen wir Delfine die bis zur Sandkante vorschwammen und spielten. Als wir mit den Füßen ins Wasserkamen gefiel ihnen dass, denn sie hielten sie für Fische und schwammen immer wieder nah zum Ufer. So etwas zu entdecken wenn man stundenlang durch nichts fährt ist einfach genial! Am nächsten Tag waren wir dann im Nationalpark und Strand von „Monkey Mia“ der dafür bekannt ist das die Delfine ins knöcheltiefe Wasser kommen und sich von den Volunteer füttern lassen. Besondere Touristen dürfen auch mal einen Fisch geben, und ich hatte dieses Glück den Delfin Puk, der mit 30 Jahren schon sehr alt ist, einen stinkenden Fisch ins Maul zu legen. Da das ganze so spontan war gibt es davon leider kein Foto für euch, aber es war wirklich sehr niedlich. Auf einer Bootstour mit Katamaran waren wir bei einer Perlenfarm und haben Haie, große Cobias, Delfine und Riesenschildkröten beobachtet. Die Suche nach einem Nachtplatz war nicht so einfach, und hinter einer Düne hat uns dann doch noch der Ranger gefunden und am morgen 6 Uhr mit uns einen längeren Plausch über Gott und die Welt gehalten. Wir waren etwas in Sorge bzgl. Der Strafe, aber als er uns den Beleg über 15 Doller ausstellte, und meinte das es vor einem Monat von 10 auf 15 erhöht wurde, und er das viel zu teuer findet, waren wir doch sehr erleichtert. Am Nachmittag tragen wir ihn dann in town wieder und waren nicht mehr so verschlafen, somit bekamen wir noch ein Erinnerungsfoto. Da er ja gerne schwatzt, hat er uns noch den nächsten Zeltplatz und ein paar gute andere Spots auf unserem Weg empfohlen- was für ein netter Typ! Somit verhalf er uns zu einem sehr amüsanten Abend und netten Bekanntschaften. Denn an diesem Abend kamen wir mal wieder im Dunkeln auf einem Platz zwischen den Dünen an und wussten nicht so recht wohin mit uns und dem Van. Da wurden wir direkt angesprochen wo man am besten steht um nicht am Morgen von der Flut überrascht zu werden. Dieser nette ältere Australische Mann saß also da mitten im Nirgendswo mit einer kühlen Cola am Lagerfeuer vor seinem Motorhome… das ließ uns das Wasser im Mund zusammen laufen. Aber einfach nur so eine Cola abgeben? Nicht hier! Hier bekommt man mehrere Dosen, und einen lustigen Abend am Lagerfeuer inkl. Folienkartoffeln mit Frau und Hund. Einfach unbezahlbar diese Momente hier!
Auf dem Weg zu meinen erwünschten Tauchspots und Stränden, schauten wir uns noch ein Raumfahrt Zentrum an wir dann endlich im Carol Bay ankamen, und schon beim Strandspaziergang den ersten großen Stingray sahen (so wie ein Rochen), was mich schon sehr zufrieden stimmte. Den nächten Tag gingen wir auf eine Schnorcheltour mit dem größten Fisch der Welt. Ein Flugzeug suchte immer die Whalesharks, wir fuhren hinterher- rein ins Wasser und staunen! Aber auch ein paar Schnorchelgänge am Ningaloo Riff an sich waren ganz nett. Inklusive Schildkröte und vieler bunter Fische. Die Nacht verbrachten wir auf einer typisch australischen Farm wie aus Filmen. Am nächsten Tag ging es dann für mich schon wieder ins Wasser, aber diesmal endlich wieder auf ein Tauchboot, von Exmouth zum Ningaloo Riff. Einfach wieder ein schönes Gefühl so schwerelos zu sein, und dann nach mit einem riesigen Stingray und ein paar Riffhaien mal wieder beeindruckend. Aber auch direkt vom Strand auch konnten wir schnorchelnd viel sehen. Nach einem Schnorchel-/ Strand-/ Entspannungstag stand schon die letzte Etappe, der Karijini Nationalpark auf dem Plan. Geprägt durch Schluchten, Wasserfälle und tolle Süßwasserbadestellen und KEINE lästigen Fliegen mehr, war es ein wundervoller Tag zum Abschluss. Denn der eigentlich letzte Tag bestand aus dieser 1300km gerade aus Strecke bis Perth. Vorbei an unzähligen Minen, Riesentrucks und einer Goldgräberstadt war der Weg also recht anstrengend. Angekommen in Perth hatte ich noch zwei Tage für mich, die ich im verträumten Ort Fremantle, auf Rottnest Island und in der Metropole Perth verbrachte. In Fremantle untergekommen in einem Hostel, das mal Feuerwehr war, mit sehr lockeren Flair, fuhr ich am nächsten Morgen mit der Fähre nach Rottnest Island. Heimat der Quokkas, Traumstrände, Fahrradinsel durch und durch! Mein letzter Fahrrad Ritt war Anfang Dezember in Ayutthaya, Thailand, wo man nicht mal auf Motorrädern Helm trägt, und nun wo es sogar Pflicht ist auf dem Fahrrad einen zu tragen. Aber ich habe es nicht verlernt und hatte einen sehr schönen Tag.
darf ich vorstellen: ein Quokka :)
wisst ihr jetzt was ich meine? unbeschreiblich, dort habe ich übrigens fleißig Tagebuch geschrieben

Fahrradtour auf Rottnest Island
Emu zwischen den Pinnacles

Wave Rock
Natures Window
Entspannung auf Rotnest Island
Pinnacles, Steinsäulen mitten in der Sandwüste

Heute war ich den ganzen Tag in Perth unterwegs. Ein bisschen Einkaufsstraße und Getummel anschauen, kleine Gassen durchlaufen, Botanischer Garten (der aber nicht mit Sydney mithalten kann) und von einem Park aus den Blick auf die Stadt, umgeben vom Wasser, genießen.

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